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Buchveröffentlichung von Stefan Nauenheim  

An einem Gymnasium in Zülpich kam es, nachdem ein Abiturient einen Feuerlöscher inmitten anderer Schüler entleert hatte, zu einer massenhaften Augen- und Atemwegsreizung.  In Neuss erregte derweil ein zwei Meter großer Penis für Unmut im Kollegium. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil auf den daneben angebrachten, ebenfalls übergroßen Spermien die Fotos einiger Lehrer zu sehen waren. Und in Aachen inszenierten Abiturienten die Entführung ihrer Lehrer so authentisch, inklusive Tarnkleidung und zumindest auf den ersten Blick sehr echt wirkender Waffen, dass ein Anwohner die Polizei rief.

Diese kurze Presseschau macht deutlich, wann Abiturstreiche ins öffentliche Bewusstsein vordringen: wenn sie aus dem Ruder laufen. Doch handelt es sich dabei keineswegs nur um ein durch das frisch erworbene Abitur quasi-legitimiertes Aufbegehren gegen die Lehrer. Vielmehr ist der Abiturstreich ein äußerst komplexes, von verschiedenen Motivationen gespeistes Phänomen. Offenbar wollen die Abiturienten nicht nur die Hochschulreife, sondern auch etwas anderes, nur sehr schwer Greifbares erlangen. Was suchen sie? Und was treibt sie an? Dr. Stefan Nauenheim versucht in seinem neuen Buch, Antworten zu finden. Dabei geht er vom Erleben der Abiturienten selbst aus. Er versucht, die Vielfältigkeit der Abiturstreiche jenseits von Klischees zu erfassen – und Wege aufzuzeigen, wie der Abschied von der Schule gelingen kann.

 

Das Buch

Zur Psychologie des Abiturstreichs: Eine qualitativ-empirische Studie zur gegenwärtigen Schulkultur, 124 Seiten, erschienen im LIT Verlag.

 

Zur Person

Dr. phil. Stefan Nauenheim ist schon lange an unserem Institut aktiv: Zunächst absolvierte er seine Ausbildung zum analytischen und tiefenpsychologischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten am Alfred-Adler-Institut Aachen-Köln. Später wurde er Dozent und Supervisor. Als Mitglied des AAI arbeitet er seit langem aktiv für das AAI und ist nun seit 2016 auch erster Vorsitzender unseres Instituts.