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„Ich wollte den ersten Psychoanalysefilm drehen“ sagte Alfred Hitchcock im Gespräch mit Francois Truffaut über seinen Film „Ich kämpfe um dich“. Und sein Produzent David O. Selznick brachte gleich übereifrig den eigenen Therapeuten als Berater ans Set. Kein Wunder also, dass dieser Film aus dem für die psychoanalytische Betrachtung ohnehin sehr lohnenswerten Oeuvre Hitchcocks für Analytiker noch einmal besonders hervorsticht.

In einem aktuellen Vortrag beleuchtete Dr. Hanna Marx anhand des Films jetzt einen gerade für Therapeuten brisanten Aspekt: Die Liebesübertragung, also die Liebe zwischen Patient/-in und Therapeut/-in. In dem Film, dessen Originaltitel „Spellbound“, also „Verzaubert“, nicht nur in unserem Kontext natürlich viel besser passt, verlieben sich Ingrid Bergmann und Gregory Peck, in ihren Rollen als Dr. Constance Petersen und John Ballantyne. Dabei ist vor allem die Dramatisierung ihrer gemeinsamen Sitzungen interessant, die vordergründig dem Vorantreiben der Handlung dienen (Ballantyne weiß nicht, wer er ist). Viel spannender ist jedoch, wie so oft bei Hitchcock, der Subtext: die sich anbahnende Beziehung zwischen Patient und Therapeutin. Schon ihr erstes Treffen ist, wie Truffaut bemerkt, Liebe auf den ersten Blick. „Leider“, entgegnete Hitchcock trocken, „beginnen genau in dem Augenblick die Geigen zu spielen, das ist fürchterlich.“

 

Der Vortrag

Der Vortrag „Die Liebesübertragung - erstrebt und gefürchtet, anhand des Films "Ich kämpfe für dich" (USA 1945) von Alfred Hitchcock" wurde im Rahmen der Ringvorlesung „Psychoanalyse – eine moderne Wissenschaft in Theorie und Praxis 3“ an der Universität Köln gehalten. Alfred-Adler-Institut Aachen-Köln unterstützt die Ringvorlesung immer wieder mit Beiträgen. Sobald das Programm für das kommende Wintersemester 2017/18 zur Verfügung steht, informieren wie Sie auf unserer Homepage darüber. Weitere Informationen zur Reihe sowie eine Aufzeichnung des Vortrags finden Sie auf der Seite der Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten (IDPAU).

 

Zur Person

Dr. Hanna Marx ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Fachärztin für Psychiatrie. Sie ist in eigener Praxis in Köln niedergelassen. Als Supervisorin, Lehranalytikerin und Dozentin ist Hanna Marx schon viele Jahre in der Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten am Alfred-Adler-Institut Aachen-Köln aktiv. Darüber hinaus ist sie die 1. Vorsitzende  des Bundesvorstands der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie (DGIP).