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Man muss es leider so deutlich sagen: Die Psychoanalyse als Therapieform wird an deutschen Universitäten so gut wie nicht mehr gelehrt. Wenn überhaupt, so findet sie in den Geisteswissenschaften statt, in denen psychoanalytische Textinterpretation nach wie vor ein probates analytisches Werkzeug ist. 

Vielen Psychologen gilt die psychoanalytische Psychotherapie jedoch als überholtes Relikt, das längst durch die Verhaltenstherapie abgelöst wurde. Diese Entwicklung fügt sich nahtlos in die Historie der akademischen Psychologie, einer für universitäre Verhältnisse ja noch recht jungen Disziplin, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand. Sie entwickelte sich im Laufe der Zeit von einer philosophisch geprägten Geisteswissenschaft hin zu einer durch empirische Forschung gestützten Naturwissenschaft. Das zeigt sich nicht zuletzt auch daran, welchen Fakultäten die Psychologie zu Beginn ihrer universitären Laufbahn zugeordnet war und wo man die Institute heute findet. Um diesem neuen Selbstverständnis gerecht zu werden, und wohl nicht zuletzt auch, um von den neuen, vornehmlich empirisch arbeitenden Kollegen anerkannt zu werden, haben viele Psychologen es sich jahrelang nicht erlaubt, die Erkenntnisse der Psychoanalyse anzuerkennen.

Durch die rasanten technologischen Fortschritte, gerade im Bereich der bildgebenden Verfahren, hat sich in jüngster Zeit jedoch eine kleine Kehrtwende vollzogen: Immer häufiger können psychoanalytische Konzepte jetzt auch im Labor bestätigt werden. Dennoch sind wir weit davon entfernt, von einer universitären Renaissance der Psychoanalyse sprechen zu können. Hier ist noch viel zu tun.

Deshalb freut es uns besonders, dass die Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten (IDPAU) nun schon im fünften Semester eine Ringvorlesung zu aktuellen Themen der Psychoanalyse an der Universität Köln veranstaltet. Sie beweist damit aufs neue, dass unsere Disziplin so lebendig ist wie nie zuvor. Die Reihe trägt in diesem Semester den Titel „Psychoanalyse – eine moderne Wissenschaft“ und beginnt am 23. Oktober. Auch in diesem Jahr nimmt eine Kollegin von unserem Institut teil: Judith Steinbeck, Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin, Dozentin, Supervisorin und Lehranalytikerin an unserem Institut, wird am 8. Januar 2018 einen Vortrag mit dem Titel „Psychoanalyse und Homosexualität“ halten. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen!

 

Die Ringvorlesung         

Die Ringvorlesung findet 14-tägig montags um 19.15 Uhr im Raum S107 im dritten Stock des IBW-Gebäudes (Herbert-Lewin-Straße 2, 50931 Köln) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Den Programmflyer finden Sie im PDF-Format zum Download hier.

 

Zu den Veranstaltern

Die Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten (IDPAU) hat es sich zum Ziel gemacht, der Psychoanalyse an den Universitäten wieder einen Platz zu verschaffen. Weitere Informationen zur Arbeit und den Möglichkeiten der Unterstützung der IDPAU finden Sie hier.